Milchzähne - Fakten und Irrtümer

Im Laufe seines Lebens erhält der Mensch zwei Sätze an natürlichen Zähnen. Alles beginnt mit den sogenannten Milchzähnen, wobei auch schon die späteren, bleibenden Zähne bereits nach der Geburt im Kiefer angelegt sind. Um die Milchzähne kursieren allerlei Gerüchte und auch Irrtümer, die wir gerne in diesem Blogartikel ausräumen möchten, um eine möglichst klare Faktenlage zum Thema Milchzähne zu schaffen. Denn: die korrekte bzw. vielmehr die inkorrekte Pflege der Milchzähne kann Auswirkungen für die bleibenden Zähne haben.

Was genau sind Milchzähne?

Wie bereits erwähnt, sind die Milchzähne der erste Satz Zähne eines Menschen. Im Gegensatz zu den bleibenden Zähnen besteht das Milchgebiss lediglich aus 20 Zähnen, jeweils 10 im Unter- und Oberkiefer. Genauer gesagt, finden sich pro Kiefer jeweils vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Milchbackenzähne. Der Namen leitet sich im Übrigen von ihrer Farbe ab, der Farbton ist deutlich weißer als der der bleibenden Zähne.

Welche Funktion haben Milchzähne?

Ähnlich wie die bleibenden Zähne haben die Milchzähne zunächst die primäre Funktion der Nahrungszerkleinerung. Allerdings sind sie bei Kindern auch sehr wichtig für den Spracherwerb. So ist bewiesen, dass Zähne insbesondere für die Bildung von S-Lauten wichtig sind, da sie eine Barriere für die Zunge darstellen. Fehlt diese Barriere, kann es vorkommen, dass Kinder zu lispeln beginnen. Zudem bereiten sie den Platz im Kiefer für die bleibenden Zähne vor. Dies wird insbesondere dann problematisch, wenn ein Zahn bereits deutlich vor dem Zahnwechsel, etwa durch einen Unfall, ausfällt. Da sich der Kieferknochen an Stelle des ausgefallenen Zahnes zurückbildet, besteht im schlimmsten Fall die Möglichkeit, dass das gesamte Gebiss sich verschiebt.

Wann brechen die Milchzähne durch?

Auf diese Frage lässt sich keine allgemeingültige Antwort geben, da der Zeitpunkt sich je nach Kind unterscheidet. Im Durchschnitt beginnen Kinder aber circa ab dem 6. Monat mit dem Zahnen. Dieser Prozess beginnt zumeist mit den Schneidezähnen im Ober -und Unterkiefer. Etwa ab dem 2. Lebensjahr ist das Zahnen mit dem Durchbrechen der hinteren Backenzähne abgeschlossen. Bis zur vollständigen Entwicklung aller Milchzähnen vergehen aber jeweils circa 2-4 Jahre.

Wann und warum fallen die Milchzähne aus?

Ähnlich wie für den Beginn des Zahnens lässt sich für den sogenannten Zahnwechsel kein exakter Zeitpunkt nennen. Im Durchschnitt beginnt er aber ab dem 6. Lebensjahr, beginnend mit den unteren Schneidezähnen. Diese werden nach und nach locker. Der Grund hierfür liegt in der Auflösung der Wurzeln der Milchzähne und der Aufnahme der Abbaustoffe durch die bleibenden Zähne, auch Resorption genannt. Dieser Vorgang wird von den Dentoklasten ausgelöst, den Körperzellen, die die Zahnsubstanz abbauen. Durch den Abbau der Milchzahnwurzeln wird gleichzeitig das bleibende Pendant gestärkt. In einem ähnlichen Zeitraum wie die unteren Schneidezähne erscheint auch der erste bleibende Backenzahn, der deswegen auch den Namen Sechsjahr-Molar trägt. Diese erste Phase des Zahnwechsels ist etwa bis zum 9. Lebensjahr abgeschlossen, bis zu diesem Zeitpunkt sind alle Schneidezähne sowie erste große Backzähne ausgetauscht. In der zweiten Wechselphase, etwa zwischen dem 10. bis zum 13. Lebensjahr, werden zunächst die Eckzähne und dann die übrigen Backenzähne getauscht. Zudem brechen die hinteren, kleinen Backzähne durch. Die hinteren großen Backenzähne bilden schließlich den Abschluss des Zahnwechsels. Die Weisheitszähne werden diesem Prozess offiziell nicht zugerechnet, da nicht jeder Mensch Weisheitszähne hat. Teilweise sind sie auch vorhanden, brechen aber nicht durch. Bei ausreichend Platz im Kiefer sind sie zumeist ab dem 18. Lebensjahr voll ausgebildet.

Was gilt es beim Zahnwechsel zu beachten?

Eltern müssen sich z.B. bei einer zeitlichen Verzögerung oder Abweichung keine Sorgen machen. Auch kann die Reihenfolge des Zahnwechsels abweichend zum Durchschnitt sein. Die Ursachen können z.B. ein zunächst zu kleiner Kiefer sein, der noch wachsen muss. Bei Kindern, bei denen die Milchzähne schon etwas verspätet durchkamen, kann der gleiche Effekt bei den bleibenden Zähnen auftreten. Wichtig ist hingegen ein regelmäßiger Zahnarztbesuch mit Ihren Kindern. Somit können etwaige Fehlstellungen früh erkannt und ggf. erste Korrekturmaßnahmen geplant oder initiiert werden.

Haben Milchzähne ein anderes Zahnschema?

Grundsätzlich werden Milchzähne natürlich durch dasselbe Zahnschema strukturiert, wie ihre bleibenden Nachfolger. In Deutschland wird hierbei auf das sogenannte FDI-Zahnschema zurückgegriffen. Allerdings unterscheiden sich die verwendeten Zahlen zur Benennung der einzelnen Zähne. Folgt das Zahnschema für bleibende Zähne den Nummern 11-18, 21-28, 31-38 und 41-48, so stellt sich dieses Schema für die Milchzähne wie folgt dar: 51-55, 61-65, 71-75, 81-85. Die Logik der Einteilung des Gebisses in Quadranten bleibt somit gleich, lediglich die Zahl bzw. Zählweise spiegelt die geringere Anzahl der Milchzähne wider.

Ab wann sollten Milchzähne geputzt werden?

Bereits beim ersten Durchbrechen der Milchzähne sollten diese von den Eltern geputzt werden. Der Irrglaube, dass Milchzähne nicht geputzt werden müssen, da diese ja sowieso ausfallen, ist absolut fatal. Kein Milchzahn sollte vor der natürlichen Resorption seiner Wurzel gezogen werden müssen, weil seine Pflege vernachlässigt wurde. Zudem sollten Sie Ihren Kindern durch die regelmäßige Zahnreinigung verdeutlichen, dass dies ein ganz normaler und gleichzeitig wichtiger Vorgang ist. Nur so lernen Kinder auch in Zukunft mit ihren bleibenden Zähnen richtig umzugehen.

Warum ist Karies bei Milchzähnen so gefährlich?

Neben den bereits genannten negativen Auswirkungen des vorzeitigen Verlusts der Milchzähne, kann ein Kariesbefall sogar auf die sich noch im Wachstum befindenden, bleibenden Zähne übergreifen. Die verursachenden Bakterien können dabei auf die bleibenden Zähne, die sich im Durchbruch befinden, übergreifen, was weitreichenden Folgen für die Zahngesundheit hat. Die Milchzähne, aber auch die entstehenden bleibenden Zähne, sind dabei umso gefährdeter, da sie noch einen nicht ausgereiften Zahnschmelz besitzen. Die Zahnoberfläche ist somit anfälliger für Verunreinigungen und Zahnbeläge, auf denen sich die Kariesbakterien ausbreiten. Präventiv hilft nur eine korrekt durchgeführte Zahnpflege, die zunächst Sie als Eltern in die Pflicht nimmt. Zudem sollte bei Kindern, nicht nur in Bezug auf die Zahngesundheit, auf den häufigen Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken verzichtet werden. Zusammen mit einer unzureichenden Zahnpflege bildet der Konsum von Süßigkeiten die Grundlage für eine Ausbreitung von Karies auf Milchzähnen.

Wie putzt man Milchzähne richtig?

Greifen Sie bei Kleinkindern zu extra kleinen Bürsten oder sogar Fingerlingen. Wichtig ist zudem die Verwendung einer Zahnpasta mit wenig Fluorid. Dieses ist zwar wichtig für den Zahnaufbau, sollte aber nicht in größeren Mengen beim Putzen verschluckt werden, was sich bei Kindern mitunter schlecht vermeiden lässt. Daher ist seine Menge in Kinderzahnpasta extra reduziert. Putzen Sie zunächst jeden Abend mit einer kleinen Menge Zahnpasta die Milchzähne Ihres Kindes. Sobald alle Milchzähne vorhanden sind, wiederholen Sie das Putzen 2mal täglich. Der Fluoridgehalt der Zahnpasta sollte den Wert von 500-1000 ppm nicht überschreiten. Sobald die ersten bleibenden Zähne vorhanden sind, kann nach und nach auf eine Erwachsenen-Zahnpasta umgestellt werden. Erst zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr sollten die Kinder sich ihre Zähne selbst putzen. Achten Sie aber dennoch auf die richtige Ausführung. Schaffen Sie ein Ritual, welches einen positiven Bezug zum Zähneputzen herstellt und verdeutlichen Sie Ihren Kindern, dass die Zahnpflege von großer Bedeutung ist.

Ihr Kinderzahnarzt in Düsseldorf – Zahnarztpraxis Dr. Mowius

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